Archiv für Juni 2009

 Café Communiste am 17. Juli!

Am Freitag, den 17. Juli findet wieder unser Café Communiste in der LC 36 in Köln statt. Neben leckeren (veganen) Essen und Getränken, wird es auch diesmal wieder einen Vortrag geben:

It’s the Jews, stupid!

Die „Israelkritik“ als neuer Antisemitismus

Vortrags – und Diskussionsveranstaltung mit Alex Feuerherdt, freier Autor (Bonn)

Einer Umfrage zufolge meinen 51,2 Prozent der Deutschen: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ Gar 68,3 Prozent sind der Meinung, Israel führe „einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“. Gleichzeitig vertritt eine Mehrheit die Ansicht, man könne in Deutschland keine Kritik am jüdischen Staat üben, ohne sogleich von der „Antisemitismuskeule“ getroffen zu werden. Wer diese Keule schwingt, bleibt zumeist unausgesprochen, aber die Gerüchteküche weiß bestens Bescheid und serviert auch 64 Jahre nach Auschwitz die immergleichen Verdächtigen: den Zentralrat der Juden, den Mossad, die „zionistisch kontrollierten Medien“. Sicherheitshalber verstecken sich die „Israelkritiker“ deshalb hinter jüdischen Kronzeugen, denn die können schließlich keine Antisemiten sein. Oder doch? Warum „Israelkritik“ nichts anderes ist als eine moderne Variante des Judenhasses, welche psychohygienischen Funktionen die antiisraelischen Ressentiments haben und wieso jede Diskussion mit Antisemiten dem Versuch ähnelt, einem Tier das Sprechen beizubringen, darum soll es in diesem Vortrag gehen.

Wir freuen uns auf euer Kommen! Los gehts ab 19.00 !

LC 36
Ludolph Camphausen Str. 36 in Köln
Hans – Böckler -Platz / Bhf West
Linie: 3, 4 und 5

 Nieder mit dem islamistischen Regime im Iran!

Aus gegebenen Anlass möchten wir auf die Website http://freeirannow.wordpress.com/ hinweisen.

 Interventionen gegen die „Rote Antifa“

Wir unterstützen die von Antifaschist_innen aus NRW ins Leben gerufene „Interventionen gegen die Rote Antifa“ :

Seit über eineinhalb Jahren etabliert sich in den antifaschistischen Strukturen in NRW eine junge Duisburger Gruppe unter dem Label „Rote Antifa“. Die Gruppe erklärt auf ihrer Internetseite, sie verstehe sich als Duisburger Vorhut einer internationalistischen, antirassistischen und antikapitalistischen Globalbewegung. Schon seit einigen Monaten ist sie zumindest teilweise an der medialen Aufarbeitung von Anti-Nazi-, Friedens- und anderen sozialpolitischen Demonstrationen beteiligt – ein umfangreiches Internetarchiv vermittelt den Eindruck einer stark organisierten und durch breite Strukturen unterstützten Arbeit. Sie sucht darüber hinaus Anschluss zu bestehenden linken Strukturen in NRW. Auch im restlichen Bundesgebiet und teilweise sogar im europäischen Ausland knüpft sie erste Kontakte. Sie tritt auf nahezu allen größeren politischen Events in NRW in Erscheinung, mobilisiert zu eigenen Antifa-Blöcken und führt schwach organisierte Demonstrationen spontan durch eine geschlossene Spitze und eigene Transparente an. Demnach ließe sich also eine Bereicherung hiesiger Strukturen vermuten. Doch seit Beginn ihrer politischen Tätigkeit ist die Gruppe regelmäßig in gewalttätige Aktionen gegen andere antifaschistische Gruppen und Einzelpersonen involviert. Zudem kam es zu Aussagen, die darauf schließen lassen, dass die „Rote Antifa“ einen anarchistischen und linkskommunistischen Minimalkonsens nicht teilt. (mehr…)

 Café Communiste am 19. Juni!

Am 19. Juni findet wieder das Café Communiste, organisiert von der Gruppe Shutdown, in der LC 36 statt. Neben leckerem (veganen) Essen und Getränken, wird es auch diesmal wieder einen Vortrag geben:

Ein Bürgerkrieg in Deutschland
Zu Praxis und Theorie der Revolution 1918-21

„Der [erste] Weltkrieg mit seinen nationalen und internationalen Auswirkungen auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet hat in beschleunigten Tempo das Zeitalter der Revolution gebracht.“
Otto Rühle (›Von der bürgerlichen zur proletarischen Revolution‹, 1924)

Zuerst soll der Vortrag die revolutionäre Bewegung 1918-1921 im Groben nachzeichnen: Die Bewegung gegen den 1. Weltkrieg bis zur Meuterei der Matrosen in Kiel, die Ausbreitung der November-Revolution in ganz Deutschland, den „Spartacus-Aufstand“ im Januar 1919 in Berlin, die Münchener Räte-Republik, die Rote-Ruhr-Armee 1920, Aufstände in Thüringen und Sachsen, … Sie alle einte die Parole: „Alle Macht den Räten!“ Sie wollten die deutsche Räterepublik, die aufgehen sollte in der Welträterepublik. – Dieser Bewegung stand eine geschlossene Front der Reaktion gegenüber: Bourgeoisie, Militärs, SPD. Sie haßten die Revolution bis aufs Blut und waren bereit auch tausende Tote in Kauf zu nehmen, wenn sie damit nur die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, das Vaterland, „Ruhe und Ordnung“ retten konnten. So kam es bekanntlich: revolutionäre Arbeiter wurden massenweise abgeschlachtet, eingekerkert, ins Exil vertrieben. 1923 war der Kapitalismus wieder weitgehend stabilisiert, die ‚Weimarer Republik‘ konsolidiert und die Linksextremisten unter den Arbeitern isoliert.
In diesem ersten Teil soll auch die Geschichte der revolutionären Organisationen, die damals nicht wie heute nach wenigen, sondern nach tausenden zählten, erwähnt werden: Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund) Sylvester 1918/1919, die Spaltung der KPD im Oktober 1919 in einen leninistischen/bolschewistischen Flügel der weiterhin unter dem Namen KPD firmierte und in einen linkskommunistischen, aus dem die Kommunistische Arbeiter-Partei (KAPD) und die Allgemeine Arbeiter-Organisation Einheitsorganisation (AAU-E) hervorgingen.

Ein zweiter Schritt wird die damalige Theorie des Linkskommunismus rekapitulieren und dem Bolschewismus gegenüber stellen. Der Linkskommunismus zeichnete sich aus durch: die Ablehnung jeglichen Führertums und daraus folgenden Verneinung der (alten) Form der Partei und des Parlamentarismus; die Kritik der Gewerkschaften als kapitalloyale und staatstragende Organisationen; die Gegnerschaft zu jeder Reform des Kapitalismus als Verschleierung der Notwendig von dessen Überwindung; konsequenten Internationalismus, der auf die soziale Revolution global verlangte; die Forderung, daß keine Diktatur der Partei zu errichten sei (wie es die Bolschewiki taten), sondern die der Klasse, d.h. daß die bewaffneten, in Räten organisierten Arbeiter sollten alle Belange der kommunistischen Weltgesellschaft selber bestimmen.

Sprechen zum Thema wird ein Genosse der Roten Ruhr-Uni Bochum.

Los gehts ab 19.00. Wir freuen uns auf euer Kommen!

LC 36
Ludolph Camphausen Straße 36 in Köln
Bahnhof West / Hans Böckler Platz (Li. 3, 4 u. 5)