Archiv der Kategorie 'Texte'

 Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!

Wir unterstützen den von der Initiative gegen jeden Extremismusbegriff ins Leben gerufene „Aufruf zur kollektiven Verweigerung politischen Unsinns“:

Das veränderte politische Klima unter der schwarz-gelben Koalition hat bereits erste Einschnitte zur Folge. So konnte man in den letzten Tagen in Dresden und Berlin sehen, was der Staat vom aktiven Engagement gegen Nazis und deren Gesinnung hält. Die Repressionen gegen Vereine und Initiative, die sich den Nazis entgegenstellen, zeigen wie der Staat auch in Zukunft mit solchem Engagement umzugehen gedenkt.
In Teilen der Öffentlichkeit zeichnet sich zwar Empörung gegen dieses Vorgehen ab. Gleichzeitig verweigern sich jedoch die Protestierenden der konsequenten Kritik des Extremismusbegriffs. Die Extremismusformel als legitimatorische Basis des Vorgehens von Politik, Staatsanwaltschaft und Polizei wird damit von den Kritiker_innen selbst reproduziert und ihre Konsequenzen werden billigend in Kauf genommen.

Hier deshalb unser Aufruf „Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!“, in dem wir dazu auffordern sich endgültig vom Extremismusansatz zu verabschieden.

Aufruf gegen jeden Extremismusbegriff 2010 (PDF, 95 KiB)

 Und alle gegen Nazis!

Eine Woche ist es her, dass der Naziaufmarsch am 13. Februar in Dresden verhindert worden ist. Als Einschätzung dokumentieren wir dazu an dieser Stelle den Text „Und alle gegen Nazis“ der Antifaschistischen Gruppe Freiberg

Wer blockiert da wen? Und warum?

Die Mobilisierung zu den Blockaden war auf breite Bündnisse angelegt gewesen, mit dem Ziel möglichst viele Menschen gewinnen zu können und dem Kalkül durch eine große Masse es den Nazis unmöglich zu machen zu marschieren – ein Kalkül, das auch aufgegangen ist. In Kauf genommen werden musste dabei ein Aufweichen der Inhalte, ein kleinster gemeinsamer Nenner sozusagen, der sich im irgendwie gegen Nazis sein erschöpfte und darin Antifa, Gewerkschaften, Parteien, Friedensbewegte, Prominente, Künstler_innen und andere Aktivbürger_innen einte. Gesagt wurde schließlich, DASS es sich den Nazis entgegenzustellen gelte, nicht aber, WESHALB. Zu benennen wären allerdings notwendigerweise Ziele und damit verbunden eine tatsächliche Auseinandersetzung mit Mitteln, wie Blockaden sie darstellen. Was wurde nun also in Dresden erreicht? Dazu erstmal eine Bestandsaufnahme. (mehr…)

 Flugblatt zum 9. November

Wir dokumentieren an dieser Stelle ein Flugblatt, welches von uns auf der Gedenkdemo am 9. November in Köln verteilt wurde.

Kein Vergeben – Kein Vergessen…
…heißt Solidarität mit Israel!

Heute vor 71 Jahren, also am 9. November 1938, wurden überall in Deutschland jüdische Einrichtungen, Synagogen sowie Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger_innen zerstört, geplündert und niedergebrannt. Jüdinnen und Juden wurden wahllos von der SA sowie der SS und anderen Deutschen brutal angegriffen, misshandelt und ermordet. In diesen und bereits vorangegangen Tagen wurde den Jüdinnen und Juden von den Deutschen auf schreckliche Art und Weise bewusst gemacht, dass sie im Konzept der deutschen Volksgemeinschaft keinen Platz haben. Es kam überall zu Verhaftungen, so dass im Zusammenhang mit dem 9. November mindestens 30.000 Jüdinnen und Juden in die damals schon bestehenden Konzentrationslager deportiert wurden. Spätestens seit diesem Zeitpunkt konnte kein_e Deutsche_r mehr behaupten, von nichts gewusst zu haben. Die Reichspogromnacht, in welcher der nationalsozialistische Mob seinem völkischen und antisemitischen Wahn freien Lauf lies, stellte gleichzeitig den Auftakt zu der industriellen Vernichtung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden – der Shoah – dar.
Hätte es damals schon einen jüdischen Staat gegeben, es wäre wohl die Rettung für die allermeisten europäischen Juden gewesen. Doch erst am 29. November 1947 beschloss die UNO Vollversammlung die Teilung des britischen Mandatsgebietes Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Die bereits dort lebende jüdische Bevölkerung stimmte dem Plan zu, in der Hoffnung auf einen unabhängigen jüdischen Staat als Zufluchtsstätte für die Überlebenden der Shoah. Am 14. Mai 1948 wurde schließlich der Staat Israel proklamiert. Jedoch erklärten noch in der Gründungsnacht die umliegenden Staaten Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak, Syrien und Saudi Arabien dem neugegründeten Staat Israel aus Hass auf die dort lebenden jüdische Bevölkerung, den Krieg. In den darauf folgenden Kämpfen konnte Israel erhebliche Gebietsgewinne für sich verbuchen. (mehr…)

 Upcoming Events

Anfang September gibt es mehrere Möglichkeiten, antifaschistische Kritik praktisch werden zu lassen und Nazis gehörig einen Strich durch die Rechnung zu machen:

Am 1. September hat der Neonazi Axel Reitz eine Kundgebung in Köln angemeldet, die sich gegen die Errichtung eines Denkmal für Deserteure während des 2. Weltkriegs richtet. Die Kundgebung ist im Moment zwar noch verboten, es ist aber davon auszugehen, dass das Verbot durch Klagen der Neonazis kurzfristig wieder aufgehoben wird.
Treffpunkt für Antifaschist_innen an diesem Tag ist um 18.30 am Appellhofplatz.

---------------------------------------------------------------------

Am 5. September rufen Dortmunder Neonazis zum jährlichen „Antikriegstag“ auf. Auch hier gilt es, sich den bekennenden Nationalsozialist_innen entgegen zu stellen und den Naziaufmarsch in Dortmund zu verhindern.
Das Dortmunder S5 Bündnis ruft zu Gegenaktivitäten auf.

Wir unterstützen den Aufruf des „Salon des Communistes Düsseldorf“ :

LET PEACE COME!
Aufruf gegen den Naziaufmarsch am Antikriegstag in Dortmund

Der autonome Neonazismus, wie er sich am 5.9 in Dortmund unter dem Motto „Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“ anlässlich des Antikriegstages auf der Straße präsentieren wird, steht
für eine militante und reaktionäre Form der Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und ihren Erscheinungen. Zentrale ideologische Elemente ihres Aufrufstextes sind völkischer Nationalismus und Antiliberalismus,
reaktionärer Antikapitalismus und Antiimperialismus sowie Antiamerikanismus und Antizionismus.
Der „sozialrevolutionäre“ Gestus ist allerdings nicht neu, sondern steht in der Tradition zahlreicher revisionistischer, faschistischer und nationalsozialistischer Strömungen Deutschlands, Italiens oder
Frankreichs als Verfechter des „Dritten Weges“, deren direkte Ideologiegeschichte sich bis zur vorletzten Jahrhundertwende zurückverfolgen lässt. (mehr…)